„50mm Bokeh Shootout“

Fotografische Objektive unterscheiden sich zum Teil deutlich in der Darstellung der Objekte, die vor oder hinter der Fokalebene, also jenem Bereich, auf den fokussiert (scharf gestellt) wurde. Diese allgemein als „Bokeh“ bezeichnete Qualität zeigt sich besonders schön anhand von Lichtquellen wie beispielsweise den Lichtern des Christbaumes, die in allen Bildern dieses Beitrages den Hintergrund bilden.

Das Beitragsbild oben ist mit dem Canon EF-M 32mm f/1.4 Objektiv gemacht, das für seine gute Abbildungsleistung und eben auch ein sehr gleichmäßiges Bokeh bekannt ist. In der Galerie unten sind die Testbilder zu sehen, bei denen ich versucht habe unter möglichst gleichen Bedingungen mit allen meinen Objektiven im Brennweitenbereich von 50 bis 56mm aufzunehmen. Das ist mir leider nicht ganz gelungen. Die Aufnahmen mit dem Asahi Pentax SMC Takumar 55mm f/1.4 und dem Canon FD 50mm f/1.8 sind an einem anderen Tag entstanden – ich hatte auf diese beiden Objektive vergessen. Die Fokalebene (rote Tulpe) liegt hier etwas näher am Objektiv, daher ist der Hintergrund unschärfer und die „Lichtbälle“ der Christbaumbeleuchtung tendenzieller größer als bei den vier anderen Aufnahmen. Bei diesen gibt es aber auch einen Unterschied, nämlich habe ich bei der Aufnahme mit dem Sigma 56mm f/1.4 auf die gelbe Tulpe fokussiert anstatt auf die rote, wie bei den anderen Bildern. Alle Bilder sind mit der größtmöglichen Blende aufgenommen, die bei den Objektiven unterschiedlich ist von f/1.1 bis f/1.8. Der Test ist also nicht wirklich wissenschaftlich, aber einen Eindruck über die Abbildungseigenschaften der Objektive unter diesen Bedingungen gibt er schon und man kann einige Unterschiede erkennen, wenn man genau hinsieht.

Mein Favorit ist eindeutig das Sigma 56mm f/1.4, was wenig überrascht. Es ist das modernste Objektiv unter den getesteten und hat sich bereits einen ausgezeichneten Ruf für seine Abbildungsleistung erarbeitet. Den zweiten Platz hat sich wohl das Kamlan 56mm f/1.1 verdient. Es hat die größte Blendenöffnung, was zweifellos ein Vorteil ist, aber auch eine sehr einfache Konstruktion. Die „Sonnenflecken“ beim Asahi Pentax SMC Takumar 55mm f/1.4, dem ältesten unter den getesteten Objektiven, sind wohl durch Staubeinlagerungen im Objektiv verursacht und nicht konstruktionsbedingt. Die drei älteren Canon EF und FD Objektive fallen insgesamt etwas ab, da sie eine etwas ungleiche Helligkeitsverteilung in den „Lichtbällen“ zeichnen. Die Ränder sind deutlich heller als der Innenbereich. Beim FD 50mm f/1.4 S.S.C. entsteht ein grüner Rand, ein Farbfehler (oder auch chromatische Aberration), der, wenn man ihn einmal wahrgenommen hat, das Bild ebenso stört wie die „Fransen“ am Rand der „Lichtbälle“.

Ein Wort möchte ich auch noch zur Form der „Lichtbälle“ verlieren. Im Zentrum der Bildfläche sind diese perfekte Kreise. Zu den Rändern hin wirken konstruktionsbedingte Abschattungen, welche die Form eines Katzenauges verursachen. Man nennt dieses Phänomen daher „Cat Eye“.

Einen sehr informativen Artikel zum Thema Bokeh gibt es übrigens auf der Webseite des New Yorker Fotohändlers B&H.

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