Orionnebel M42

Gestern war wieder klarer Himmel in Wien und ich habe die Gelegenheit genutzt, zum ersten Mal ein Foto vom Orionnebel zu machen. Diese Aufnahme ist übrigens mein erster Versuch, ein Astrofoto durch Kombination mehrerer Einzelbilder zu optimieren. Das Beitragsbild ist die Kombination von 11 einzelnen Aufnahmen mit zusammen 72 Sekunden Belichtungszeit gemacht mit meiner Canon EOS M6 Mark II am Lacerta 72mm APO, 432mm Brennweite. An der Aufnahmetechnik ließe sich noch viel optimieren, ich habe zum Beispiel keine Dark- und Biasframes gemacht, mit denen technische Fehler wie Hotpixel und Bildrauschen besser unterdrückt werden. Das ist dann eine Sache für den nächsten Versuch….

So sieht übrigens zum Vergleich ein Einzelbild mit 8s Belichtungszeit, ISO800 aus (etwas engerer Bildausschnitt):

„50mm Bokeh Shootout“

Fotografische Objektive unterscheiden sich zum Teil deutlich in der Darstellung der Objekte, die vor oder hinter der Fokalebene, also jenem Bereich, auf den fokussiert (scharf gestellt) wurde. Diese allgemein als „Bokeh“ bezeichnete Qualität zeigt sich besonders schön anhand von Lichtquellen wie beispielsweise den Lichtern des Christbaumes, die in allen Bildern dieses Beitrages den Hintergrund bilden.

Das Beitragsbild oben ist mit dem Canon EF-M 32mm f/1.4 Objektiv gemacht, das für seine gute Abbildungsleistung und eben auch ein sehr gleichmäßiges Bokeh bekannt ist. In der Galerie unten sind die Testbilder zu sehen, bei denen ich versucht habe unter möglichst gleichen Bedingungen mit allen meinen Objektiven im Brennweitenbereich von 50 bis 56mm aufzunehmen. Das ist mir leider nicht ganz gelungen. Die Aufnahmen mit dem Asahi Pentax SMC Takumar 55mm f/1.4 und dem Canon FD 50mm f/1.8 sind an einem anderen Tag entstanden – ich hatte auf diese beiden Objektive vergessen. Die Fokalebene (rote Tulpe) liegt hier etwas näher am Objektiv, daher ist der Hintergrund unschärfer und die „Lichtbälle“ der Christbaumbeleuchtung tendenzieller größer als bei den vier anderen Aufnahmen. Bei diesen gibt es aber auch einen Unterschied, nämlich habe ich bei der Aufnahme mit dem Sigma 56mm f/1.4 auf die gelbe Tulpe fokussiert anstatt auf die rote, wie bei den anderen Bildern. Alle Bilder sind mit der größtmöglichen Blende aufgenommen, die bei den Objektiven unterschiedlich ist von f/1.1 bis f/1.8. Der Test ist also nicht wirklich wissenschaftlich, aber einen Eindruck über die Abbildungseigenschaften der Objektive unter diesen Bedingungen gibt er schon und man kann einige Unterschiede erkennen, wenn man genau hinsieht.

Mein Favorit ist eindeutig das Sigma 56mm f/1.4, was wenig überrascht. Es ist das modernste Objektiv unter den getesteten und hat sich bereits einen ausgezeichneten Ruf für seine Abbildungsleistung erarbeitet. Den zweiten Platz hat sich wohl das Kamlan 56mm f/1.1 verdient. Es hat die größte Blendenöffnung, was zweifellos ein Vorteil ist, aber auch eine sehr einfache Konstruktion. Die „Sonnenflecken“ beim Asahi Pentax SMC Takumar 55mm f/1.4, dem ältesten unter den getesteten Objektiven, sind wohl durch Staubeinlagerungen im Objektiv verursacht und nicht konstruktionsbedingt. Die drei älteren Canon EF und FD Objektive fallen insgesamt etwas ab, da sie eine etwas ungleiche Helligkeitsverteilung in den „Lichtbällen“ zeichnen. Die Ränder sind deutlich heller als der Innenbereich. Beim FD 50mm f/1.4 S.S.C. entsteht ein grüner Rand, ein Farbfehler (oder auch chromatische Aberration), der, wenn man ihn einmal wahrgenommen hat, das Bild ebenso stört wie die „Fransen“ am Rand der „Lichtbälle“.

Ein Wort möchte ich auch noch zur Form der „Lichtbälle“ verlieren. Im Zentrum der Bildfläche sind diese perfekte Kreise. Zu den Rändern hin wirken konstruktionsbedingte Abschattungen, welche die Form eines Katzenauges verursachen. Man nennt dieses Phänomen daher „Cat Eye“.

Einen sehr informativen Artikel zum Thema Bokeh gibt es übrigens auf der Webseite des New Yorker Fotohändlers B&H.

Methusalem

Im Jänner 2012 haben wir unser Aquarium eingerichtet. Neben unzähligen Schnecken wurde und wird es seither von Generationen von Wagtailplatys, Neonsalmlern (die sich leider nicht so wohl gefühlt haben bei uns), Amanogarnelen, neuerdings ein Schwarm Kupfersalmler und die geheimen Lieblinge, ein kleiner Schwarm Corydora Panda (Pandapanzerwelse) bevölkert. Einer dieser Pandapanzerwelse ist noch von unserem ursprünglichen Besatz aus 2012. mit 9 Jahren ist er ein wahres Methusalem. Zu sehen ist er im Beitragsbild oben. Die Amanogarnelen (unten ist ein Exemplar bei der Lieblingsbeschäftigung, dem Algenverzehr zu sehen) sind auch sehr fotogen.

Zentralfriedhof

Nach gefühlt Monaten des winterlichen Hochnebels ist heute die Sonne herausgekommen und der Himmel erstrahlt in einem kräftigen blau. Wir haben den Vormittag genutzt um den Wiener Zentralfriedhof mit seinen beeindruckenden Jugendstilbauten zu besuchen. Im Beitragsbild oben die Karl-Borromäus-Kirche (Architekt Max Hegele), unten das Gebäude und einer der Pilone am Tor 2 und ganz unten die russisch-orthodoxe Kirche zum heiligen Lazarus.

Der Mond

Motiviert durch unsere Sichtung des Kometen Neowise haben Alexandra und ich diesen Sommer wieder fallweise mit dem Fernglas und dem Teleskop den Nachthimmel beobachtet. Saturn und Jupiter mit ihren großen Monden sind aktuell sehr dankbare Objekte, da beide in Opposition stehen und damit an den erdnächsten Punkten ihrer Bahnen. Im Fernglas konnten wir von unserer Terrasse im 3. Bezirk auch Andromeda (M31) und den Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules (M13) sehen. Am 25. August war der Mond leider schon zu hell. Dafür ist mir dieses Bild des Erdtrabanten gelungen. Aufgenommen mit der Canon EOS M5 an unserem Skywatcher 750mm/150mm Spiegelteleskopmit Lacerta Komakorrektor auf Skywatcher NEQ3 Montierung.

Komet C/2020 F3 NEOWISE

Der Blick in den frühen Morgenhimmel Richtung Nordosten oder knapp nach Sonnenuntergang gegen Nordwesten lohnt sich derzeit. Komet C/2020 F3 NEOWISE lässt sich derzeit gut im Fernglas beobachten. Gute Augen sehen ihn auch mit freien Augen.

Hier sind Aufnahmen, die wir am 13.7.2020 gegen 22:30 Uhr mit der Canon EOS M5, 200mm, f/2.8, ISO800, auf einem ungeführten Fotostativ gemacht haben.

Ein sehr lesenswerter Text zum Kometeten NEOWISE ist übrigens im Standard erschienen, für alle, die an Hintergrundinformationen zu diesem Himmelsereignis interessiert sind.

Coronavirus-Biedermeier

In Zeiten der Coronaviruskrise erfreut man sich wieder vermehrt an „häuslichen“ Fotomotiven. Die Tulpen im Terrassenkisterl lassen sich jedenfalls nicht die Laune verderben und recken sich der Frühlingssonne entgegen.